SHU JIN ZHUANG GU GONG

KNOCHEN & SEHNEN QI GONG

 
Die chinesische Sprache ist noch vielmehr als unsere deutsche Sprache eine Bildersprache. Deswegen kann der Name der Übungsserie Shu Jin Zhang Gu Gong verschieden übersetzt werden. Sinnvolle mögliche Übersetzungen sind :
1.	Muskel Knochen Qi Gong
2.	Knochen Sehnen Qi Gong
3.	Methode um die Knochen zu stärken und             die Sehnen zu lockern
Qi Gong für denBewegungsapparat
(Der Bewegungsapparat besteht aus Knochen, Muskeln und Sehnen)

Nach meiner persönlichen Erfahrung sind die 8 Übungen ein sehr gutes Stretching Set. Man reckt und dehnt den Körper dabei bis in die Finger- und Zehenspitzen hinaus. Nach der Ausführung eines vollständigen Durchgangs durch alle 8 Übungen fühlt sich der Körper von Kopf bis Fuss schön gleichmässig „gelockert“ und bearbeitet an.
Die Übungsserie kann gut draussen geübt werden. Es braucht dazu nur etwa 2 m2 flachen Boden. Es braucht keine Übungsmatten oder andere Hilfsmittel.
Die Übungsserie gibt ordentlich warm. Deswegen unterrichte ich sie gern in der kühlen Jahreszeit.

Die so gewonnene Flexibilät und Kraft ist eine gute Grundlage für weiterführendes Qi Gong, Nei Gong, Tai Ji Quan, Bagua Zhang  aber auch für Sport, Wandern, Tanzen etc.




Theorie des „Muskel- und Knochen-Qigong“

Neben den auch im Westen wahrgenommenen Ursachen für Erkrankungen des Bewegungsapparates wie Verletzungen, Fehlhaltungen, Bewegungsmangel, Muskelverwachsungen etc. werden in der Qigong-Theorie auch die Phänomene berücksichtigt, die aus dem psychophysischen Gesamtgeschehen heraus zu verstehen sind. Nach der Traditionellen Chinesischen Medizin sind vor allem drei Zustände für Erkrankungen des Bewegungsapparates verantwortlich:
λ	schwaches „ Leber-Qi“
λ	schwaches „Milz-Qi“
λ	schwaches „Nieren-Qi“
Das Muskel- und Knochen- Qigong nimmt darauf Bezug, indem es gezielt Leber, Milz und Nieren stärkt.

Schwaches „Leber-Qi“
Die Sehnen erhalten die freie Beweglichkeit der Gelenke. Ist die Elastizität der Sehnen geschwächt, wird die Bewegungsmöglichkeit der Gelenke eingeschränkt und die Verletzungsgefahr erhöht sich. Die Ernährung der Sehnen wird durch die „Leber“ gesteuert. Sie speichert das Blut und reguliert den Umfang der Blutzirkulation. Sie versorgt die Sehnen mit Blut und ernährt sie damit. Ist die Funktion der „Leber“ ohne Beeinträchtigung, können die Sehnen ausreichend ernährt werden. Spannkraft und Elastizität der Sehnen bleiben erhalten. Die naturgemäße Minderung von Spannkraft und Elastizität durch den Alterungsprozess des Menschen wird verlangsamt. Ist dagegen die Funktion der „Leber“ gestört (dies kann nach der Traditionellen Chinesischen Medizin auch durch länger andauernden Zorn, durch ein unausgeglichenes Gemüt und durch fixierte Stimmungen geschehen) werden auch die Sehnen in ihrer Funktionsfähigkeit gefährdet, da sie jetzt nicht mehr ausreichend ernährt werden können.

Schwaches „Milz-Qi“
Die „Milz“ wandelt die aufgenommene Nahrung in die nährenden Essenzen um und leitet Qi und Blut in den ihnen gemäßen Bahnen. So versorgt die „Milz“ die Muskeln. Die Bewegungen der Muskeln, der Muskeltonus und die Beschaffenheit der vier Glieder hängen von der Stärke bzw. der Schwäche des „Milz-Qi“ ab. Das Denken, das Nachdenken und das Durchhaltevermögen stehen in enger Verbindung zur Funktionsfähigkeit der „Milz“. Sie werden beeinträchtigt, wenn  das „Milz-Qi“ schwach ist; umgekehrt zehren Grübeln und Unbeständigkeit am „Milz-Qi“.

Schwaches „Nieren-Qi“
Das „vorgeburtliche Qi“, auch das „Qi des früheren Himmels“ genannt, wird überwiegend in der „Niere“ gelagert; ebenso Jing, die Quelle für Reproduktion, Entwicklung und Reifung der leiblichen Gestalt. Dieser Aspekt produziert das Knochenmark, das wiederum für die Erzeugung und Reifung der Knochen verantwortlich ist. Bei einem „Verlust von Nieren-Qi“ können Apathie, Vergesslichkeit, Kraftlosigkeit, Schmerzen in Rücken und Schultern, unsichere Gangart und leichte Verletzbarkeit der Knochen auftreten. Die „Niere“ ist eng mit Angst und Furcht verbunden. Die Funktionsfähigkeit der „Niere“ drückt sich auch im Willen aus.


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